Evangelisches Krankenhaus Hattingen
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Allopurinol ist ein seit Jahrzehnten bewährtes Medikament zur Behandlung von Hyperurikämie und Gicht. Als Xanthinoxidasehemmer reduziert es die Harnsäureproduktion und beugt somit Komplikationen wie Nierensteinen oder Gichtanfällen vor. Trotz seiner Verbreitung gibt es Unsicherheiten hinsichtlich Verschreibungspflicht, Bezugsquellen, Dosierungen und Anwendungsgebieten. Dieser Artikel beleuchtet alle Aspekte von Allopurinol – von der Pharmakologie bis zur veterinärmedizinischen Nutzung – unter besonderer Berücksichtigung des deutschen Gesundheitswesens.
Wirkmechanismus: Hemmung der Xanthinoxidase, Umwandlung von Hypoxanthin zu Harnsäure.
Indikationen: Chronische Gicht, Hyperurikämie, Prophylaxe bei Chemotherapie.
Dosierungsformen: 100 mg, 300 mg Tabletten; Anpassung an Nierenfunktion.
Rezeptpflicht: Allopurinol ist in Deutschland verschreibungspflichtig (§ 21 AMG).
Ausnahme: Notfallkontingente in Apotheken bei akuten Gichtanfällen? (Nein – klare Regelungen).
Online-Kauf ohne Rezept: Illegale Quellen vs. seriöse Apotheken. Risiken von Fake-Medikamenten.
Strafrechtliche Konsequenzen: Import aus dem EU-Ausland ohne Rezept gemäß § 73 AMG.
Apothekenpreise:
Allopurinol 100 mg: €0,50–€0,80 pro Tablette (100 Stück: €50–€80).
Allopurinol 300 mg: €0,70–€1,20 pro Tablette (100 Stück: €70–€120).
Generika vs. Markenprodukte: Vergleich von Zyloric® mit Generika (z. B. Allohexal®).
Online-Apotheken: Preisvorteile um 10–20 %, jedoch Rezeptvorlage erforderlich.
Urikosurika: Benzbromaron (nur bei eingeschränkter Nierenfunktion kontraindiziert).
Febuxostat: Neuere Xanthinoxidasehemmer, jedoch kardiovaskuläre Risiken.
Naturheilkunde: Kirschsaft, Low-Purin-Diät, Heilpflanzen wie Brennnessel.
Studienlage: Keine direkten Hinweise auf Libidoverlust oder Erektionsstörungen.
Indirekte Effekte: Psychischer Stress durch chronische Erkrankungen als möglicher Faktor.
Empfehlung: Patientenberatung zur Entlastung von Ängsten.
Anwendung: Behandlung von Leishmaniose (Off-Label-Use).
Dosierung: 10 mg/kg KG, 1x täglich (niedriger als beim Menschen).
Bezugsquellen: Tierarztrezept erforderlich; Humanpräparate nur nach Rücksprache.
"Kann ich Allopurinol ohne Rezept bestellen?"
Nein – illegale Bestellungen bergen Gesundheitsrisiken.
"Welche Alternativen gibt es?"
Siehe Kapitel 4; individuelle Therapieplanung mit dem Arzt.
"Wie viel kostet Allopurinol 300 mg in der Apotheke?"
Ca. €70–€120 für 100 Stück, abhängig vom Anbieter.
Fallbeispiel 1: Patient mit Niereninsuffizienz, Dosierungsanpassung auf 100 mg/Tag.
Apotheker-Interview: "Die meisten Patienten sind über die Rezeptpflicht überrascht."
Tierarzt-Stimme: "Leishmaniose-Therapie erfordert strenge Überwachung."
Importregeln: Rezeptpflichtige Medikamente aus EU-Ausland nur mit gültiger Verordnung.
Ethik-Diskussion: Selbstmedikation vs. ärztliche Kontrolle bei chronischen Erkrankungen.
Kombinationstherapien: Allopurinol + Lesinurad zur verbesserten Harnsäureausscheidung.
KI in der Dosierungsfindung: Pilotprojekte zur personalisierten Medizin.
Allopurinol bleibt ein unverzichtbarer Baustein in der Gichttherapie. Trotz der Verfügbarkeit von Generika und Online-Quellen ist die fachgerechte Verschreibung durch Ärzte entscheidend. Apotheker spielen eine Schlüsselrolle in der Aufklärung über Risiken, legale Bezugswege und korrekte Anwendung – sowohl bei Human- als auch Veterinärpatienten.