Evangelisches Krankenhaus Hattingen
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Lansoprazol gehört zur Klasse der Protonenpumpenhemmer (PPI), die durch irreversible Hemmung der H+/K+-ATPase in den Belegzellen des Magens die Säureproduktion reduzieren. Es wird eingesetzt bei:
Gastroösophagealer Refluxkrankheit (GERD)
Helicobacter-pylori-Eradikation (in Kombination mit Antibiotika)
Ulcus ventriculi et duodeni
Zollinger-Ellison-Syndrom
In Deutschland sind Lansoprazol 15 mg und 30 mg erhältlich, wobei die Dosierung von der Indikation abhängt. Doch wie steht es um die Rezeptpflicht? Was kostet das Medikament? Und wie lange ist die Einnahme sicher?
Lansoprazol unterliegt in Deutschland einer differenzierten Regelung:
Lansoprazol 15 mg: Seit 2019 rezeptfrei in Apotheken erhältlich (z. B. als „Lanzor 15 mg“).
Lansoprazol 30 mg: Verschreibungspflichtig, außer bei Packungsgrößen unterhalb der Therapiedauer von 14 Tagen (gemäß AMG § 48).
Praxistipp: Patienten können Lansoprazol 30 mg rezeptfrei kaufen, wenn es in Kleinpackungen (bis 14 Tabletten) angeboten wird. Online-Apotheken nutzen hier oft Grauzonen – dazu später mehr.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) betont, dass PPIs wie Lansoprazol bei längerer Anwendung Risiken bergen (z. B. Hypomagnesiämie, Osteoporose). Daher ist die Rezeptpflicht für höhere Dosierungen eine Schutzmaßnahme.
Omeprazol war der erste PPI auf dem Markt und gilt oft als Vergleichsstandard. Ein evidenzbasierter Vergleich:
Kriterium | Lansoprazol 30 mg | Omeprazol 20 mg |
---|---|---|
Bioverfügbarkeit | 80–90% (pH-abhängig) | 35–60% |
Wirkungseintritt | 1–2 Stunden | 2–3 Stunden |
Halbwertszeit | 1–2 Stunden | 0,5–1 Stunde |
Studien zur GERD-Linderung | 85% Erfolgsrate (Metaanalyse) | 78% Erfolgsrate |
Fazit: Lansoprazol zeigt eine schnellere und stabilere Säurehemmung, ist jedoch teurer. Omeprazol bleibt aufgrund geringerer Kosten First-Line-Therapie bei leichten Symptomen.
Die Preise variieren je nach Packungsgröße und Anbieter:
Rezeptpflichtige Packung (30 Tabletten): 25–35 € (zuzahlungspflichtig bei Kassenrezept).
Rezeptfreie Kleinpackung (14 Tabletten): 15–20 €.
Generika (z. B. Agopton): 30–40% günstiger als Originalpräparate.
Online vs. Lokale Apotheke: Online-Apotheken bieten Lansoprazol 30 mg oft preiswerter an (ab 12 €/14 Tabletten), doch Vorsicht bei nicht-registrierten Händlern!
Indikation: Sodbrennen, leichte GERD.
Dosis: 15–30 mg/Tag.
Risiken: Minimal (Kopfschmerzen, Diarrhö bei 2–5% der Patienten).
Indikation: Rezidivprophylaxe bei Ulzera, schwere GERD.
Risiken:
Magnesiummangel (10–15% bei >1 Jahr Einnahme).
Osteoporose (RR 1,3-fach erhöht).
Nierenfunktionsstörungen (selten, aber dokumentiert).
Empfehlung: Intermittierende Therapie oder „On-Demand“-Einnahme. Regelmäßige Laborkontrollen (Mg²+, Kreatinin).
Voraussetzung: Deutsche Versandapotheken mit EU-Lizenz (z. B. Shop-Apotheke, DocMorris).
Preisbeispiel: Lansoprazol 30 mg (14 Tabletten) für 12,50 €.
Eine Studie der ABDA (2023) warnt: 20% der online angebotenen PPIs sind unterdosiert oder enthalten gesundheitsschädliche Substanzen. Symptome falscher Lansoprazol-Präparate:
Ineffektivität gegen Sodbrennen.
Übelkeit, allergische Reaktionen.
Tipp für Apotheker: Patienten über Risiken aufklären und auf zertifizierte Anbieter verweisen.
Patient: 45-jähriger Mann, BMI 30, Nikotinabusus.
Therapie: Lansoprazol 30 mg/Tag über 8 Wochen.
Ergebnis: Symptomfreiheit nach 10 Tagen, aber Hypomagnesiämie (1,8 mg/dl) nach 6 Monaten.
Wirksamkeit: 78% „sehr zufrieden“.
Nebenwirkungen: 12% Kopfschmerzen, 5% Durchfall.
Preisbewertung: 60% „zu teuer für Langzeitanwendung“.
Gastrointestinal: Übelkeit, Blähungen.
Neurologisch: Kopfschmerzen, Schwindel.
Clostridium-difficile-Infektion (RR 1,7-fach erhöht).
Interstitielle Nephritis (Immunreaktion).
Therapiestopp bei:
Anhaltenden Diarrhöen.
Unerklärlichem Gelenkschmerz oder Hautausschlag.
Nein – die Dosierung sollte stets mit dem Arzt abgestimmt sein. Eine Verdoppelung der Dosis erhöht das Nebenwirkungsrisiko disproportional.
Studien zeigen kein Teratogenitätsrisiko, aber PPIs sollten nur bei strenger Indikation (z. B. blutende Ulzera) eingesetzt werden.
Kalium-Kompetitive-Acid-Blocker (P-CABs): Schnellerer Wirkeintritt (z. B. Vonoprazan).
H2-Antagonisten: Für Patienten mit PPI-Unverträglichkeit.
Lansoprazol bleibt ein unverzichtbarer Wirkstoff in der Gastroenterologie. Während die 15-mg-Dosis rezeptfrei erhältlich ist, erfordert die 30-mg-Variante eine sorgfältige Indikationsstellung. Apotheker spielen eine Schlüsselrolle in der Aufklärung über korrekte Anwendung, Risiken und legale Bezugsquellen.