Evangelisches Krankenhaus Hattingen
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In Deutschland unterliegen zahlreiche Arzneimittel der Verschreibungspflicht, um Patientensicherheit und sachgerechte Anwendung zu gewährleisten. Dies gilt insbesondere für Medikamente wie Renagel 800 mg (Wirkstoff: Sevelamer) und Xarelto (Wirkstoff: Rivaroxaban), die bei chronischen Erkrankungen zum Einsatz kommen. Dieser Artikel beleuchtet pharmakologische, rechtliche und praktische Aspekte beider Präparate, inklusive der Frage, ob sie ohne Rezept erhältlich sind, sowie Alternativen und Risiken.
Renagel enthält den Wirkstoff Sevelamer (genauer: Sevelamerhydrochlorid oder Sevelamercarbonat), einen Phosphatbinder zur Behandlung von Hyperphosphatämie bei chronischer Niereninsuffizienz. Sevelamer bindet Phosphat im Darm und verhindert dessen Resorption, was besonders für Dialysepatienten kritisch ist.
Die 800-mg-Tablette ist eine hochdosierte Formulierung für Patienten mit ausgeprägter Hyperphosphatämie. Anwendungsgebiete umfassen:
Chronische Niereninsuffizienz (Stadium 5, Dialysepflichtig)
Prävention von Gefäßverkalkungen durch Phosphatüberschuss
Die Standarddosierung liegt bei 800–1600 mg pro Mahlzeit, abhängig vom Serumphosphatspiegel. Eine individuelle Anpassung durch Nephrologen ist entscheidend, um Unter- oder Überdosierung zu vermeiden.
Häufige Nebenwirkungen (≥1/100):
Übelkeit, Erbrechen
Durchfall oder Verstopfung
Bauchschmerzen
Selten (<1/1000):
Darmverschluss (bei unzureichender Flüssigkeitszufuhr)
Hypophosphatämie bei Überdosierung
Der Preis für Renagel 800 mg variiert zwischen €80–€120 pro 30 Tabletten. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten bei entsprechender Indikation nach Vorlage eines Rezepts.
Alternativen zu Sevelamer umfassen:
Calciumacetat: Kostengünstig, aber Risiko für Hyperkalzämie.
Lanthancarbonat: Gute Effizienz, jedoch Langzeitdaten begrenzt.
Ferric Citrat: Kombiniert Phosphatbindung mit Eisenabgabe.
In Deutschland ist Renagel verschreibungspflichtig. Ein Erwerb ohne Rezept (z. B. online) ist illegal und riskant: Gefälschte Präparate, fehlende Therapiekontrolle und juristische Konsequenzen sind mögliche Folgen.
Xarelto (Rivaroxaban) unterliegt ebenfalls der Verschreibungspflicht. Es ist ein direktes orales Antikoagulans (DOAK), das bei Vorhofflimmern oder tiefer Venenthrombose eingesetzt wird. Ein rezeptfreier Kauf ist weder legal noch sicher, da Blutungsrisiken bestehen.
Rivaroxaban hemmt den Faktor Xa, unterbricht die Blutgerinnungskaskade und reduziert Thromboserisiken. Einsatzgebiete:
Schlaganfallprophylaxe bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern
Behandlung und Rezidivprophylaxe tiefer Venenthrombosen
Nebenwirkungen:
Erhöhtes Blutungsrisiko (Nasenbluten, gastrointestinal)
Selten: Schwere Hirn- oder Rückenmarksblutungen
Kontraindikationen: Schwere Leberinsuffizienz, Schwangerschaft.
Webseiten, die Renagel oder Xarelto ohne Rezept anbieten, operieren oft illegal. Studien zeigen, dass 50% der online verkauften Medikamente gefälscht oder unterdosiert sind.
Apotheker sichern durch Beratung zur Dosierung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen die Therapietreue. Bei Renagel ist z. B. die Einnahme zu den Mahlzeiten essenziell.
Renagel 800 Preis: Höhere Kosten im Vergleich zu Calcium-basierten Bindern, aber Vorteile bei Patienten mit Hyperkalzämie-Risiko.
Xarelto: Teurer als Marcumar, aber keine regelmäßigen Gerinnungskontrollen nötig.
Fall 1: Dialysepatient mit Non-Compliance bei Renagel entwickelt schwere Gefäßverkalkungen.
Fall 2: Patient kauft Xarelto online – gefälschtes Präparat führt zu Lungenembolie.
Der illegale Erwerb von Renagel 800 mg ohne Rezept oder Xarelto gefährdet die Gesundheit. Ärzte und Apotheker müssen Patienten über Wirkstoffe, Nebenwirkungen und legale Bezugsquellen aufklären. Alternativen wie Sevelamer-Generika können Kosten senken, erfordern aber ebenfalls fachliche Überwachung.
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN)
Leitlinien zur Antikoagulation (ESC 2023)